Erwachsenenbildung

Qualifizierung für Lehrende (train the trainer)

Lehren und lernen auf Augenhöhe

Lehren und lernen hängen eng miteinander zusammen und bedürfen des beidseitigen Kompetenzerwerbs. Das Lernen im Erwachsenenalter unterscheidet sich vom Lernen Jugendlicher oder Kinder und bedarf einer eigenen Methodik in der Lehre. Auf dieser Grundlage werden die Erfahrungen und Ergebnisse aus der Arbeit und Forschung von Coenraad van Houten den Kurs als roten Faden durchziehen. Zusätzlich werden wissenschaftlich evaluierte Grundqualifikationen in den Bereichen der zwischenmenschlichen Interaktion, der Bewältigung von Konflikten, des Umgangs mit sich selbst und vor allem die didaktisch-methodische Gestaltung von exemplarischen Kursen eine wichtige Rolle spielen. Die Arbeit während der Präsenzphasen des Kurses wird durch künstlerisches Tun ergänzt.
Die Präsenzphasen bieten die Gelegenheit zum Erwerb von Handlungskompetenzen und Reflexionsstrukturen sowie Zeit und Raum für den Austausch konkreter Lehr- und Lernsettings. Wissen wird durch ausgewählte Begleitliteratur erarbeitet. Eine im Kurs verankerte Teamstruktur zu gegenseitiger Hospitation und Rückmeldung unterstützt die Teilnehmenden, Gelerntes zu verarbeiten, umzusetzen und zu reflektieren. Der Zertifikatskurs selbst versteht sich als exemplarisches Beispiel für einen reziproken Theorie-Praxis-Transfer innerhalb einer ganzheitlichen Erwachsenenbildung, deren Ziel das Lehren und lernen auf Augenhöhe ist.


Tätigkeitsfelder

Dieser Kurs ist für all jene gedacht, die sich an (selbstorganisierten) Akademien, Seminaren oder Hochschulen für die waldorf- oder heilpädagogische Lehrer*innen- und Erwachsenenbildung engagieren und Lehrveranstaltungen gestalten wollen.
Die Lehrtätigkeit in der Erwachsenenbildung unterscheidet sich grundlegend vom Lehren in der Schule. Dozierende müssen Inhalte für erwachsene Lernende aufbereiten und sie in angemessener Form auf ihre zukünftige Tätigkeit in waldorf- und heilpädagogischen Einrichtungen vorbereiten.


Studieninhalte

Einführung: Vom Lernen und Lehren in der Erwachsenenbildung
Wie lernen Erwachsene? Einführung in die Didaktik erwachsenengerechten Lernens. Eigenes Handeln für die Arbeit im Team wird vorbereitet.
Selbsterkundung: Die eigene Lerngeschichte
Die Teilnehmenden erhalten durch die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Lernbiografie eine Basis für ihr Handeln im erwachsenenpädagogischen setting.
Praxis: Gegenseitige Hospitationen in eigenen Lehrveranstaltungen 
Vorbereitung der Hospitationen, Erlernen und üben der Werkzeuge. Die Lernerfahrungen werden in einer Lernwegsdokumentation schriftlich festgehalten.
Lerntheorie: Lernprozesse nach Coenraad van Houten
Überblick über die Lernprozesse nach Coenraad van Houten in Bezug zum Lernen von Erwachsenen. Diese Grundstruktur ist die Basis für alle später zu erarbeitenden eigenen Seminare.
Vorbereitung: Planung von Lehrveranstaltungen
Schwerpunkt dieser Präsenzphase ist die lerntheoretische Planung von Lehrveranstaltungen für Erwachsene auf der Grundlage des Erlernten.
Präsentation: Das eigene Auftreten im Lehrgeschehen
Mein Auftreten in Lerngruppen. Welche Haltung habe ich? Wie wirke ich? Übungseinheit für Kurzpräsemtationen und Verarbeitungstechniken.
Werkzeuge: Methoden und Übungen für Lehrveranstaltungen
Welche Methoden barrierefreier Erwachsenendidaktik gibt es? Vorstellen und Ausprobieren ausgewählter Methoden und Überlegungen zu ihrem Einsatz.
Kommunikation: Feedback und Beratung
Feedback und Beratung unter Kolleg*innen und zwischen Lehrenden und Lernenden. Verschiedene Formen mündlicher Lernwegreflexion werden initiiert. Reflexion und schrittweises verändern bzw. entwickeln des eigenen Handelns.
Zusammenfassung: Mein Selbstverständnis als Erwachsenenbildner*in
Zusammenfassung, Festigung und Rückblick auf das Erlernte und Vorblick auf das zukünftige Tätigkeitsfeld.

Dozent*innen

Ulrike Barth

Langjährige Tätigkeit an der Freie Waldorfschule Kreuzberg, Berlin und aktive Begleitung des inklusiven Schulentwicklungsprozesses. Kontaktstudium Erwachsenenbildung an der Pädagogischen Hochschule (Professor Diethelm Wahl). Prozessbegleitung für inklusive Entwicklungsprojekte bei der „Montag Stiftung für Jugend und Gesellschaft“ in Bonn. Vertretungsprofessur am Institut für Waldorfpädagogik, Inklusion und Interkulturalität, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Standort Mannheim.  Ihr Schwerpunkt sind erwachsenengerechte Methoden des Lehrens und Lernens.

Marlies Rainer

1. und 2. Staatsexamen Lehramt, Schwerpunkt Kunsterziehung, Qualifikation Waldorfpädagogik danach Klassenlehrerin,  Studium Bildhauerei und Master Erwachsenenbildung, seit vielen Jahren Tätigkeit in der Erwachsenenbildung, von 2002 – 2017 Pädagogische Leitung des Bildungswerkes Alanus Werkhaus, Dozentin in verschiedenen Bereichen der Alanus Hochschule, Aufbau und Entwicklung des Bereiches Kunst im Dialog an der Alanus Hochschule, viele Jahre Mitarbeiterin in zahlreichen Projekten in der Arbeitswelt mit der Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung, GAB-München, häufig mit der Verbindung von Kunstpraxis und Arbeitsprozessen. Mehrere Jahre Zusammenarbeit mit C.v.Houten.

Sophie Pannitschka

Magisterstudium der Germanistik (Schwerpunkt Neuere deutsche Literatur) und Erziehungswissenschaft (Schwerpunkt Erwachsenenbildung) in Tübingen, Masterstudium der Waldorfpädagogik für die Fächer Deutsch und Pädagogik in Alfter. Seit sieben Jahren in der Hochschullehre. Davor langjährige Mitarbeiterin von Coenraad van Houten in der Erwachsenenbildung sowie in der Biografiearbeit (Ausbildung bei Gudrun Burkhard). Ihr Schwerpunkt ist das erwachsenengerechte und biografische Lernen, das Schreiben im kreativen und wissenschaftlichen Kontext sowie Entwicklungsförderung im Erwachsenenalter.

Dirk Wollenhaupt

Studium Kunstpädagogik und Pädagogik als Fach; Waldorfklassenlehrerweiterbildung in Witten/Annen; 14 Jahre Dozent in der Klassenlehrer*innen- und Fachlehrer*innenausbildung für Kunst und Werken (Institut Witten-Annen); 19 Jahre Oberstufenlehrer für Kunstbetrachtung, Kunst, Pädagogik und Ethik; Werklehrer und 12 Jahre Zirkuspädagogik (FWS Gummersbach); 33 Jahre Erwachsenenpädagogik an der Volkshochschule Unna, Iserlohn und Gummersbach; Tätigkeit als Gastdozent an der Uni Witten Herdecke und am Lehrer*innenseminar Zeist/Niederlande; seit 2015 Dozent für Malerei und Graphik (Alanus Hochschule, Studienzentrum Mannheim); berufen als Professor für Bildende Künste seit 2017.


Fakten zum Kurs

  • Dauer: Der Kurs umfasst neun Präsenzveranstaltungen verteilt über ein Jahr, Phasen des Selbststudiums und der praktischen Anwendung, gegenseitige Hospitationen sowie eine Abschlussarbeit in Form eines Portfolios.
  • Studienbeginn: Oktober
  • Voraussetzungen: abgeschlossenes Waldorfpädagogisches Studium oder Ausbildung, Berufserfahrung als Waldorflehrer*in oder Heilpädagog*in, Absicht zukünftig in der Waldorflehrer*innenbildung oder der heilpädagogischen Erwachsenenbildung tätig zu werden.
  • Die Kursgebühren pro Teilnehmer*in betragen 900,- € für den gesamten Kurs zzgl. Verpflegung.
  • Der Studienaufwand beträgt insgesamt 60 ECTS (1 ECTS entspricht einem Aufwand von 25 Stunden).
  • Der Abschluss wird mit einem Zertifikat inkl. ausgewiesener Creditpoints belegt.
  • Struktur der Präsenzphasen: freitags 16:00-20:30, samstags 8:30-18:00
  • Für die Absolvent*innen besteht die Möglichkeit, sich in eine Datenbank zur Vermittlung Dozierender an Seminaren für Waldorfpädagogik oder Heilpädagogik einzutragen.

Termine 2018/2019

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Informationen

Anmeldung und Kontakt
Valerie Andermann
+49 (0) 621/48 44 01-15
valerie.andermann@alanus.edu

Für inhaltliche Fragen
Sophie Pannitschka
+49 (0) 621/48 44 01-0
sophie.pannitschka@alanus.edu

 

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