Waldorfpädagogik

Waldorfpädagogik ist eine Pädagogik, die sich konsequent an der Entwicklung des Kindes orientiert. Aus diesem Ansatz heraus sind an Waldorfschulen zahlreiche pädagogische Neuerungen entstanden, die beispielgebend für die allgemeine Schullandschaft gewirkt haben.


Entwicklungsorientierter Lehrplan und altersgemäße Methodik

Der Waldorflehrplan richtet sich in seinen Inhalten und Formen nach den Prozessen kindlichen Lernens und den Stufen menschlicher Entwicklung in Kindheit und Jugend. Dabei ist der Unterricht immer an dem Ziel orientiert, den Schülerinnen und Schülern innere Freiheit zu ermöglichen.


Hauptunterricht und Klassenlehrerprinzip

Waldorfpädagogik betont die große Bedeutung einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Lehrpersonen und ihren Schülerinnen und Schülern. Von der ersten bis zur achten Klasse unterrichten Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer als entscheidende Bezugspersonen die Schülerinnen und Schüler im sogenannten Hauptunterricht. Um eine intensive Vertiefung zu ermöglichen, werden die zentralen Themengebiete des Hauptunterrichts im Rahmen von etwa vierwöchigen „Epochen“ behandelt. So wechseln Schreiben und Lesen, Rechnen, Naturkunde, Geografie, Geschichte, Physik und Chemie im Laufe eines Schuljahres einander ab.


Fachunterricht

Fächer, die ein kontinuierliches Üben erfordern, etwa Sprachen, Musik, Handarbeit und Sport, werden im Anschluss an den Hauptunterricht von Fachlehrerinnen und Fachlehrern in Fachstunden angeboten.


Unterricht in der Oberstufe

Ab der neunten Klasse übernehmen akademisch ausgebildete Oberstufenlehrerinnen und -lehrer die Gestaltung des Unterrichts. Im Unterrichtskonzept rückt jetzt die Fähigkeit zur individuellen Urteilsbildung in den Vordergrund.


Kein Sitzenbleiben

Im gemeinsamen Unterricht von Schülerinnen und Schülern unterschiedlichster Begabungen stellen Waldorfschulen die Stärken der Kinder und Jugendlichen in den Vordergrund. Die körperlichen, seelischen und geistigen Potenziale der Kinder sollen sich entfalten können. Waldorfschulen bieten das gesamte Spektrum der staatlichen Prüfungen an: Haupt- und Realschulabschluss, Fachhochschulreife und Abitur. Die Erfolge bei diesen Prüfungen zeigen, dass sich die Waldorfpädagogik bewährt.


Mehrsprachigkeit

Das Erlernen von zwei Fremdsprachen beginnt bereits in der ersten Klasse. In der Regel wird an deutschen Waldorfschulen Englisch und Französisch oder Englisch und Russisch angeboten.


Künstlerisch-handwerklicher Unterricht

An Waldorfschulen steht der ganze Mensch im Mittelpunkt, deshalb kommt dem künstlerischen und handwerklichen Unterricht eine prägende Rolle zu. Von der ersten Klasse an werden Waldorfschüler mit den Grundelementen der Musik, des Malens und des Formenzeichnens sowie der Bewegungskunst Eurythmie vertraut gemacht. Später kommen z. B. Plastizieren, Töpfern, Steinmetzen, Kupfertreiben, Schneidern und Buchbinden hinzu.


Selbstverwaltung

Waldorfschulen sind selbstverwaltete Einrichtungen in freier Trägerschaft. Dies erfordert ein lebendiges Zusammenwirken von Lehrern, Eltern und Schülern.


Finanzierung

Die meisten Waldorfschulen in Deutschland sind staatlich anerkannt und erhalten entsprechende Zuschüsse. Da diese aber die tatsächlichen Kosten nur zum Teil abdecken können, sind Beiträge nötig, die an den meisten Schulen nach dem Einkommen der Eltern gestaffelt sind.

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